Als Säugling ging es aus der Klinik erstmal in den Stall. Und damit war mein Schicksal als naturverbundenes Pferdemädchen besiegelt.
Halb Mensch, halb Pferd. Ich hatte das große Privileg auch als Kind ein eigenes Pony haben zu dürfen – aber ich hatte auch das große Privileg, eine Mutter haben zu dürfen, die viel Wert auf Disziplin und einen pferdegerechten Umgang legte.
Ich bin immer pro Pferd, weil ich so erzogen wurde. Sport und Pferdewohl müssen sich meiner Meinung nach gar nicht ausschließen, allerdings halte ich Wirtschaftlichkeit und Pferdewohl für schwer vereinbar.
Deshalb habe ich mich zunächst gegen eine Karriere im Pferdebusiness entschieden.
Auch hier war meine Mutter sehr prägend für mich. Eine ihrer Freundinnen, Gabriele Janke, praktiziert und lehrt die telepathische Tierkommunikation schon Jahrzehnte. Ähnlich feinfühlig wie ich machte sie bei ihrer Freundin eine Ausbildung – und durfte die Erfahrung machen „Das funktioniert ja wirklich!“.
Bis ich mich zu einer Ausbildung bei ihr entschließe, vergehen noch einige Jahre und einige intuitive Gespräche mit meinem Herzenspferd Classic.
Es war ein ganz spontaner Impuls genau zur richtigen Zeit.
Vielleicht ist es auch ein ganz spontaner Impuls gerade über mich mit deinem Tier sprechen zu wollen?
Unser Weg beginnt mit einem unverbindlichen Telefonat.
Du erzählst mir, was dir auf dem Herzen liegt. Gemeinsam entwickeln wir deine Fragen.
Es geht um Anton, dein geliebtes Pferd. In letzter Zeit fing er an zu beißen und du kannst dir das nicht erklären, wieso er das tut. Deine Tierärztin konnte bereits körperliche Beschwerden ausschließen.
Ich weise dich darauf hin: „Ich bin nicht dazu da, dein Tier zu erziehen. Anton wird nicht von mir hören, dass er das zu unterlassen hat.“ Meine Aufgabe ist es, zu lauschen
Du stimmst zu und wir gehen den nächsten Schritt. Den Namen kenne ich bereits, du sendest mir noch ein Foto zu, auf dem sein Gesicht klar zu erkennen ist. Also tauchen wir ein in das, was er zu sagen hat.
Ich verbinde mich mit Anton. In der Stille erzählt er mir von einem unerfüllten Bedürfnis, einer Sehnsucht nach mehr Raum. Er weiß leider nicht, wie er seine Unzufriedenheit anders ausdrücken kann. Also beißt er, um darauf aufmerksam zu machen.
Er wünscht sich mehr Freiheit, eine größere Koppel, auf der er sich endlich im Galopp richtig ausleben kann.
Das Reiten macht ihm zwar Spaß und er freut sich auch immer, wenn er seinen Menschen sieht. Doch die Koppel drückt ihn.
Zudem ist er traurig darüber, nur noch als das beißende Pferd wahrgenommen zu werden, vor dem man sich in Acht nehmen muss. Er wünscht sich, dass sein Mensch wieder seine liebevolle Seite sieht. Und er wünscht sich seine freiheitsliebende Seite entfalten zu können.
Einige Wochen später frage ich nach, wie es euch beiden geht. Mit Freude in deiner Stimme erzählst du mir, dass ihr den Stall gewechselt habt.
Es ist nicht einfach bei dir in der Region einen Stall mit deutlich größeren Koppeln zu finden. Ihr seid nun in einem Offenstall mit kleiner Wallachherde. Dort kann Anton nun den ganzen Tag seine freiheitsliebende Seele ausleben statt für jeweils begrenzten Zeitraum jeden Tag.
Dein Pferd ist nun viel ausgeglichener und sucht viel häufiger deine Nähe. Eure Bindung ist tiefer und inniger geworden. Und auch du bist entspannter geworden. Ihr habt einen Weg gefunden, der euch beide glücklich macht.
Gibt es fast keine hier. Fast schon bisschen schade, oder?